Mehrfamilienhaus Basel / Schweiz

Strategische Planung, Vorstudien und Projektierung für ein Niedrigenergiewohnhaus in Holzelementbauweise in einer Wohnzone in Basel.

Grundlagen

1. Individualität und Gemeinsamkeit
Einfamilienhäuser verbrauchen zu viel Platz und Ressourcen und führen zur Zersiedelung. Deshalb führt in der Schweiz kein Weg an einer Verdichtung der bestehenden Siedlungen vorbei. Doch auch in Mehrfamilienhäusern lassen sich die Qualitäten eines Einfamilienhauses realisieren.
2. Flexibilität
Austauschbarkeit von Elementen, Adaptionsfähigkeit und Flexibilität der Gebäudestruktur bedeuten Zukunftssicherheit; Im Gegensatz zum Autorenhaus das mit Fertigstellung perfekt ist und nicht mehr verändert werden darf bzw. kann. Eine Anpassung an veränderte Bedürfnisse soll durch eine Flexible Gebäudestruktur ermöglicht werden, was die Palette möglicher zukünftiger Nutzungen erweitert. Das ist ökonomisch nachhaltig und wirkt sich positiv auf den Werterhalt aus.
3. Verantwortung
Für Herstellung und Betrieb des Hauses sollen möglichst wenig endliche Ressourcen aufgebraucht und CO2 emittiert werden. Bei der Planung sind Umbauten und der Rückbau des Hauses, sowie die Recyclingfähigkeit der Materialien von vornherein berücksichtigt.

Entwurf

Das Ergebnis des Entwurfsprozesses präsentiert sich als Verschränkung von vier sehr unterschiedlichen Wohnungen mit jeweils eigenem Charakter und Qualitäten plus einem separaten Gästezimmer; Zusammengefasst zu einem kompakten Volumen, das in seiner Form und Positionierung auf der Parzelle zwischen den unterschiedlichen Typologien im Quartier vermittelt.
Die privaten Räume sind zum ruhigeren Norden hin orientiert, die öffentlichen Bereiche zur Südseite. Hier betritt man das Haus von der Straße aus über ein Entré, dass das Grundstück für nachbarschaftliche Begegnungen öffnet. Um Barrierefreiheit zu gewährleisten ist jede Ebene des Hauses über einen Lift zugänglich, der direkt in die Wohnung führt.
Die zwei grössten Wohnungen erlauben eine nahezu 360°-Rundumaussicht und sind als Split-Level-Maisonette angelegt, eine kurze Treppe trennt private und öffentliche Bereiche voneinander. Durch einfache Umbauten lassen sich die Wohneinheiten zukünftig bei Bedarf neu kombinieren.
Die Fassade ist als variable Hülle aus Holzlamellenjalousien ausgebildet, die es den Bewohnern erlaubt, den Bezug zwischen Innen und Aussen je nach Vorliebe zu justieren. Die filigrane Aussenhaut ist in unterschiedlich geneigte Fassadenflächen gegliedert auf denen Licht und Schatten eine besondere Leichtigkeit erzeugt.
Zur passiven Sonnenenergienutzung nehmen Fenster einen Grossteil der Südfassadenflächen ein. In der kalten Jahreszeit geht durch die kompakte Form des Baukörpers und eine optimale Dämmung der Aussenwände kaum Energie an die Aussenwelt verloren. Zusätzlich benötigte Wärmeenergie bezieht das Haus über eine Erdwärmepumpe, die wiederum im Sommer zur passiven Kühlung eingesetzt werden kann. Das Brauchwasser wird per Solarthermie erwärmt. Die Konstruktion wird in Holzbauweise ausgeführt werden, aus regional vorproduzierten Elementen.
Ein Kollaborationsprojekt des Canter Collectives Berlin und Dipl. Architekt ETH / SIA Philippe Meerwein, Binningen.
Download der Projektdokumentation (pdf 1,3MB)
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